Bei Rückkehr nach Iran verhaftet

Die Wahl von Hassan Rohani zum Präsidenten hat bei so manchem Iraner in der Diaspora  Illusionen  geweckt. So kehrten zu unterschiedlichen Zeiten Journalisten, Weblogger, Übersetzer, Schriftsteller, TV-Regisseure, Philosophie-Studenten und Doktoranden  aus Frankreich, Australien, Kanada, Großbritannien, Belgien und der Türkei  zurück und wurden entweder direkt am Flughafen oder einige Tage später von Angehörigen des Geheimdienstes festgenommen.  Hamid Babai zum Beispiel, Doktorand aus Belgien, der seine Verwandten besuchen wollte,  wurde  Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst  nahegelegt. Als er ablehnte, wurde er zu sechs Jahren Gefängnis wegen „Zusammenarbeit mit einer ausländischen Regierung“ verurteilt.

Zu all diesen Vorkommnissen hüllt sich Rohani in Schweigen, obwohl er aus Mitarbeitern des Außen- und Informationsministeriums ein Komitee zur Rückkehr von Iranern im Ausland gebildet hatte.  Mahmoud Alavi, Informationsminister, ließ Interessierte wissen, wer sich bei den Wahlen 2009  nichts habe zuschulden kommen lassen, habe keinerlei Probleme bei einer Rückkehr. Ejei, jetziger Sprecher des Justizministeriums und ehemaliger Informationsminister, erläuterte, wer im Ausland eine Straftat begangen habe, werde von der Justiz verfolgt,  wer 2009 bei den Wahlen eine Rolle gespielt habe, werde gleich bei der Einreise  festgenommen.

Hossein Mirdamadi,  dessen Sohn aus Frankreich zurückgehrt  und sofort verhaftet worden war, will alle Iraner im Ausland aufrufen, nicht in ihre Heimat zurückzukehren.