Unruhen in Kurdistan

Am 3. Mai fiel eine 26-jährige Hotelangestellte in Mahabad von einem Balkon im vierten Stock des Hotels TARA auf die Straße und war auf der Stelle tot. Indizien weisen darauf hin, dass ein im Hotel wohnender Sicherheitsbeamter sich ihr genähert haben muss, wohl in der Absicht, sie zu vergewaltigen. Spuren an ihrem Körper weisen darauf hin, dass sie sich heftig gewehrt haben muss. An den Aufnahmen der Videoüberwachung ist zu erkennen, dass sich der Sicherheitsbeamte im Moment ihres Sturzes auf dem Balkon befunden hat.
Dieses traurige Ereignis führte zu heftigen tagelangen Unruhen in Mahabad, in deren Verlauf das Hotel in Flammen aufging.
Wie ein Sprecher der Justizbehörde in Teheran mitteilte, seien mehrere Personen im Zusammenhang mit dem Tod der jungen Frau festgenommen worden, während ein Pasdar behauptete, „Feinde“ wollten dem Geheimdienst die Ereignisse unterschieben.
Am 11. Mai wurde eine Sonderkommission von Sicherheitsbeamten zur Untersuchung der Vorfälle nach Kurdistan gesendet.

Abgesehen von diesem Ereignis herrscht große Unzufriedenheit in Kurdistan. Die dortige Menschenrechtsorganisation spricht vom Ausbruch gefährlicher ansteckender Krankheiten im Gefängnis von Sanandadsch wie TBC, Aids, Gelbsucht und verschiedenen Hautpilzen, die bereits zum Tod einiger Häftlinge geführt hätten. Durch die psychische Belastung, Sauerstoffmangel und die Zusammenlegung von Kranken und Gesunden steckten sich immer mehr Menschen an. Es fehle an medizinischer Vorsage und Versorgung, das Niveau tendiere gegen Null. Offensichtlich würden die Kranken bewusst nicht versorgt, dies sei Folter.
Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt appellierten an das Regime, die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Bisher blieben diese Appelle ohne Reaktion, sodass weitere Unruhen programmiert scheinen.